Datum : 15.12.2017
Uhrzeit: : 14:43 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Tiamat - Prey
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Tiamat - Prey
  »Trackliste
1.Cain
2.Ten thousand tentacles
3.Wings of heaven
4.Love in chains
5.Divided
4.Brother Wolf (The Path Of Seventh Moon)
5.Divided
6.Carry your cross and I'll carry mine
7.Triple cross
8.Light in extension
9.Prey
10.The garden of heathen
11.Clovenhoof
12.Nihil
13.The pentagram

Release: 27.10.2003
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Gothic Rock
Laufzeit: 53 min
Format: CD Audio
Label: Century Media

 

Fast scheint es so, als ob die Schweden um Multiinstrumentalist Johan Edlund endlich ihren eigenen Stil gefunden hätten. Nach den letzten beiden doch recht gewöhnungsbedürftig ausgefallenen Alben hat das Quartett es ganz offensichtlich geschafft, den auf dem 94er Album "Wildhoney" eingeschlagenen musikalischen Weg konsequenter weiterzuentwickeln.

Herausgekommen ist ein Mix aus melancholischen und rockigen Klängen, der zuweilen ein wenig bieder anmuten mag, jedoch bei mehrmaligem Hören ungeahnte Soundqualitäten weitab des beim ersten Hören vermuteten "Easy Listenings" offenbart. Fest steht jedenfalls, dass man die Scheibe nur schwer einsortieren kann; wenn man es denn wirklich will, kommt eine Mischung aus 70er Epikrock und Elementen des modernen melanchloisch angehauchten Heavy Metal dem Sound des Albums wohl am nächsten. Und nein, Tiamat machen keinen GothicRock!

So ist der Opener "Cain" eine Hommage an das bereits genannte "Wildhoney", während das herausragende "Divided" wunderbar traurig und mit dezenten Pianoklängen untermalt daherkommt. Als wahre Hymne erweist sich "Carry Your Cross And I'll Carry Mine", dessen zweistimmiger Refrain Gänsehaut garantiert. Mit "Light In Extension" geht es dann wieder ein wenig flotter voran, bis es mit dem Titelsong wieder ein wundervoll ruhiges Stück mit sehr spärlicher Akustikinstrumentierung folgt. Und selbst plakativen Titel von die Stücke wie "Nihil" (das mit einem herrlichen Gitarrensolo endet) und "The Pentagram" (der wohl am schwersten verdauliche Song des Albums) vermögen den positiven Gesamteindruck nicht zu trüben.

Einziges Wermutströpfchen sind die akustischen Zwischenspielchen wie "Ten Thousand Tentacles" oder "The Garden Of Heathen", die leider nicht die Qualität eines instrumentalen Göttersongs wie "25th Floor" erreichen.

Doch sei's drum, mit dem vorliegenden Album haben Tiamat den idealen Soundtrack geschaffen, um in einsamen Stunden in Melancholie zu versinken oder um in trauter Zweisamkeit fernab jeder aufgesetzten Kuschelrock-Romantik zu träumen


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