Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 05:09 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : XIV Dark Centuries - Jul
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Homepage : www.xivdarkcenturies.de
 

XIV Dark Centuries - Jul
  »Trackliste

1. Auf zur Schlacht
2. Bragarful
3. Julenzeit
4. Rauhnächte
5. Liodhahattr


Release: 27.06.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Pagan Metal
Laufzeit: 17.13 min
Format: CD Audio
Label: CCP-Records

 

Blast das Horn, schwingt die Schwerter und schlagt die Metfässer an, die thüringischen Megapaganisten sind wieder da. Mit ihrer bereits zwei Monate alten MCD „Jul“ geben XIV Dark Centuries einen kleinen aber feinen Vorgeschmack auf das neue Album, das laut gut unterrichteter Quelle im Frühjahr 2006 erscheinen soll.
Textlich beschäftigt sich „Jul“, der ein oder andere hat es vielleicht schon vermutet, mit der Deklinationsbewegung der Sonne, sprich der Wintersonnenwende, welches bekanntermaßen von den fiesen Christen kurzerhand zu Weihnachten umfunktioniert wurde.
Die Black Metal Anteile haben sich im Gegensatz zu „…den Ahnen zum Gruße“ um eine gehörige Portion verringert. XIVDC setzen anno 2005 mehr denn je auf eingängige Melodien, auch wenn diese weiterhin in gewohnt frostiger Form rübergebracht werden. Des Weiteren hat sich der Anteil akustischer und folkloristischer (Maultrommel rules!) Inhalte erhört. Stellenweise findet sich nun auch cleaner Gesang. Dass das Julfest eigentlich ein Fest des Friedens ist, davon lässt sich der Opener „Auf zur Schlacht“ nicht abschrecken. Ohne Kompromisse und ohne langweiliges Introgedudel geht’s gleich in die Vollen. Ein eiskaltes Riff trägt den Song schnell in des Hörers Ohr. Clean gesungene Parts sorgen sofort für Mitsing und Partystimmung und die gut arrangierten Breacks sorgen dafür, dass auch progressive Fans schnell auf den Geschmack kommen. Bei „Bragarful“ (der olle Verräter) kommt sofort Lagerfeuerromantik auf, denn der Song beginnt mit einem Flötenspiel und chorahlen Gesang. Nach knapp dreißig Sekunden ist der Spuk jedoch vorbei und die Jungs geben wieder Vollgas. „Julenzeit“ ist mit seinen „oh-oh-oh“ Parts gleich zu Beginn natürlich ein Livekracher, aber auch auf Platte kann der Song mehr als überzeugen. Das Tempo wird erstmalig spürbar gedrosselt, aber auch im Midtempo lässt sich den Göttern huldigen. Erfreulich ist, dass hier fast vollständig auf die Black Metal artigen Kreischer verzichtet wird. Klingen clean gesungene Texte bei vielen anderen Bands oft lächerlich, so beweisen XIVDC das es auch anders geht.
Dass ich kein Freund von Keyboardintros bin, dürfte mittlerweile weitreichend bekannt sein und auch mit selbigen welches „Rauhnächte“ einläutet, kann ich mich zu keiner Sekunde anfreunden. Der eigentliche Song hingegen macht dafür umso mehr Spaß. Die Band geht etwas old-schooliger zu Sache, vergisst die neuen Tugenden jedoch zu keinem Zeitpunkt. Zum Abschluss gibt es mit „Liodhahattr“ noch zwei Strophen aus der Völospá, welches mit insgesamt fast 60 Strophen das erste Götterlied in der Edda bildet. Musikalisch wird hierbei auf die Klampfen verzichtet, sodass die Folkloreinstrumente ihre anderthalb Minuten des Ruhmes bekommen.

Fazit: Natürlich sollte man keine all zu hohen Erwartungen an eine MCD stellen. Ist man jedoch dazu geneigt eben dies zu tun, so werden diese nicht nur erfüllt sondern noch übertroffen. „Jul“ macht von vorne bis hinten Spaß und erhöht die Vorfreude auf das neue Album um eine ganze Schaufelbaggerladung.
Live funktionieren die neuen Songs, wie die Jungs auf dem grandiosen Ultima Ratio Festival 2005 eindrucksvoll bewiesen haben, übrigens bestens. Ich kann nur jedem Pagan/Viking Metaller ans Herz legen, sich die Jungs mal auf der Bühne anzusehen.
PS: Für alle eingehenderen Fragen betreffend der nordischen und/oder germanischen Mythologie bitte ich um eine kurze Mail an unseren Berufswikinger Kiview (kiview@ruhrmetal.com).



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