Datum : 15.12.2017
Uhrzeit: : 14:40 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Endstille - Navigator
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Homepage : www.endstille.com
 

Endstille - Navigator
  »Trackliste
1.Ortungssignal
2.I Bless You ... God
3.Navigator
4.Above The Vault Of Heaven
5.Bastard
6.Monotonus II
7.Nameless
8.Let There Be Heaven
9.Disillusioned Victory
10.Endstille (Leichnam)


Release: 01.08.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 43.12 min
Format: CD Audio
Label: Twilight Records

 

reviewEndstille gehören unter den besonders ignoranten und/oder einfach nur Dummen Mitgliedern (ja davon gibt es in den letzten Jahren immer mehr) der Metalszene sicherlich zu den eindeutig kontroversesten Bands des Black Metals. Geschürt wird dieses Feuer natürlich durch den unübersichtlichen Drang zur Kriegs bzw. WKII Thematik der Band. Albumtitel wie „Operation Wintersturm“ oder „Frühlingserwachen“ sowie das Nichtabdrucken einiger Lyrics sorgten in der Vergangenheit für reichlich Gesprächsstoff und führte sogar zu einer Prüfung meiner heiß geliebten Bundesprüfstelle für Jugend gefährdende Medien. Das sämtliche Vorwürfe bezüglich nationalsozialistischen Gedankenguts oder gar NSBM völlig aus der Luft gegriffen sind dürfte aber mittlerweile jedem halbwegs informierten Metaller begreiflich geworden sein. Provokation ist eine Sache, alles was Ihr Ignoranten dort draußen dazudichtet ist eine ganze Andere.
Nachdem mehr als gelungenen letzten Album „Dominanz“ setzen ENDSTILLE ihren Weg konsequent weiter fort. In bester Tradition alter Black Metal Größen wie IMMORTAL, MAYHEM und MARDUK zocken die vier Kieler Jungs hasserfüllten, ekelhaften, frostigen, Tempo geladenen Old School Black Metal. Die Navigation startet mit dem wohl kürzesten Intro der Black Metal Geschichte, nämlich in Form vonzwei Pings - das „Ortungssignal“. Danach ist Bleifuß angesagt, tja denkste, ENDSTILLE überraschen und steigen mit „I Bless you…god“ eher sachte ins neue Album ein. Ein kaltes Riff trägt den Song langsam über die Zeit während Sänger Iblis sich die Seele aus dem Leib kreischt. Der Titeltrack und die folgende Nummer „Above the Vault of Heaven“ zeigen aber sogleich ihr old school Gesicht und geben alles was die Artillerie hergibt. Das knapp sieben Minuten lange „Bastard“ lässt es wieder etwas ruhiger angehen und dürfte sich zu einer wahren Headbangerhymne entwickeln. „Monotonus II“ lässt ebenso wenig anbrennen wie sein Vorgänger und sein Nachfolger („Monotonus“ und „Monotonus III“ befinden sich auf dem letzten Studioalbum „Dominanz“). In gewohnt einfach strukturierter Art und Weise metzelt der Song alles platt was ihm in den Weg kommt. Das kurze „Nameless“ lässt, man höre und staune, sogar leicht melodische Anteil durchblicken, während „Let there be heaven“ gewohnt auf eine satte Wand aus frostigen Riffs vertraut. „Disillusioned Victory“ ist der eindeutig beste Song der neuen Platte, da er sich mit vertrauter Härte aber auch ungewohnter Progressivität präsentiert. Das obligatorisch abschließende „Endstille (Leichnam)“ kommt nicht ohne Vorbilder wie frühe BATHORY oder BURZUM aus und weiß durch seine einfach gestrickte Struktur und zugleich durch das tolle Riff sofort zu überzeugen.
Fazit:
ENDSTILLE lassen nichts anbrennen. Durch erwartungsgemäße Geschwindigkeit und das kurze Zwischenspiel von nicht knüppelnden Songs überzeugt die Band von der ersten bis zu letzten Minute und gehört sicherlich schon jetzt zur absoluten Elite im deutschen Black Metal.
Wer die Band mit der Durchlagskraft schwerer Schiffsartillerie und der Feuergeschwindigkeit eines MG42 dieses Jahr noch live erleben möchte, sollte dies auf dem Hellflame Festival 2005 am 17.09 auf jeden Fall tun.



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