Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 05:09 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Wolfchant - Blood Tales of disgraced Langs
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Homepage : www.wolfchant-metal.com
 

Wolfchant - Blood Tales of disgraced Langs
  »Trackliste
1. A Tale From The Old Fields
2. Clan Of Cross
3. I Am War
4. Mourning Red
5. Of Honour And Pride
6. Ride To Ruhn
7. The Betrayal
8. Sacrifice
9. Blood For Blood
10. Clankiller
11. Revenge
12. Visions Of Death
13. Praise To All


Release: 25.11.2005
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Viking Metal
Laufzeit: 57.49 min
Format: CD Audio
Label: CCP Records

 

Im Grunde meines mit Kruppstahl legierten Herzens geht mit Viking und Pagan Metal mittlerweile ganz gewaltig auf die Nüsse. Zwar gehöre ich auch zu der Sorte Mensch die seit einigen Jahren ihren Thors Hammer niemals ablegen und mein Interesse sowie mein Ehrgefühl für die alten Götter ist ungebrochen aber musikalisch gesehen ist das Fass mittlerweile randvoll. Wotan zu huldigen ist ja an und für sich keine schlechte Idee, aber dies immer und immer wieder in Form von langweiligen Riffs und vorhersehbaren Folkelementen zu tun, bei denen von Headbangen gar nicht die Rede sein kann, ist nicht nur ideenlos sondern schlicht und ergreifend lächerlich. Hinzu kommen noch Horden von kleinen ach so bösen Ultrapaganisten deren musikalischer Horizont nicht über Ensiferum, Finntroll und meinetwegen auch Equilibrium hinausgeht und auch anscheinend nicht hinausgehen will. Den Göttern sei Dank gibt es da noch Combos die genug Arsch und Eier in der Hose haben und uns mit wahrlich metallischen Huldigungen gen Asgard entzücken. Aus dem schönen Bundesland Bayern kommt seit einigen Jahren eine Truppe die genau dies tut. Zwar können WOLFCHANT ihre Wurzeln und musikalischen Einflüsse, die die ich vor ein paar Zeilen zerrissen habe, keinesfalls verleugnen aber, die Jungs zaubern aus diesen Grundelementen ihren ganz eigenständigen und vor allem headbanger tauglichen Stil.
Wolfchant, das sind Tieftöner Gaahnt, der viel zu kurzhaarige Gitarrist Derrmorh, der noch kurzhaarigere Sänger Lokhi, Gitarrist Skaahl (ordentliche Haarlänge) sowie Drummer Norgahd (ich hör jetzt auf über Haarlängen zu lästern). Gegründet hat sich diese illustre Truppe bereits vor zwei Jahren. Mittlerweile können die Süddeutschen auf ein gelungenes Demo sowie eine schmucke Mini CD zurückblicken. Mit „Blood Tales of disgraced Langs“ (sprecht das mal im besoffenen Kopp aus) legen die fünf nun ihr erstes Full-Length Eisen vor.
Und das war Wolfchant da abgeliefert haben kann, wohlgemerkt Genre bezogen, zu einer DER Platten des Jahres gezählt werden. Grundlage des Sounds bilden sowohl Anteile aus dem Death- und Black Metal Bereich aber auch diverse Power Metal Einflüsse sind deutlich zu erkennen. Lokhi geht sein Gekreische betreffend recht traditionell und leicht eintönig zu Werke, hier würde der ein oder andere Growl Part sicherlich für Abwechslung sorgen. Nichts desto trotz ganz ordentlich. Nach dem recht Ensiferum lastigen Instrumental „A Tale form the old Fields“ lassen es die Jungs aus St. Oswald jedoch auf ihre eigene Art ordentlich in Form von „Clan of Cross“ krachen. Im weiteren Verlauf des Albums finden sich dann immer mehr Perlen wie das abwechslungsreiche „Mourning Red“, das recht fröhliche „of Honour and Pride“ oder das eiskalte „Sacrifice“. Das über sieben Minuten lange „Revenge“ sei an dieser Stelle dazu noch besonders hervor zu heben. Es kommt nicht oft vor, dass ein Song so viele Breaks und Tempiwechsel in sich vereint ohne überladen zu wirken. Wolfchant scheinen dieses Kunststück ohne große Mühen zur Vollendung zu bringen. Das Abschließende „Praise to all“ schlägt zwar voll in Richtung Finntroll, wirkt jedoch durch die Song eigene Kälte alles andere als fröhlich, so dass Humppa Tanzeinlagen ausgeschlossen werden können.
Lyrisch bieten uns die Jungs übrigens einen gekonnten Mix aus nordisch/germanischer Mythologie, gepaart mit einigen Fantasyelementen sowie einer netten Storyline.
Fazit: Endlich, endlich wieder einmal etwas Abwechslung am Viking Metal Firmament. Wolfchant beherrschen ihre Instrumente, wirken nicht wie viele vergleichbare Bands peinlich und die Produktion ist über weite Strecken über jeden Zweifel erhaben. Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für die etwas drucklos abgemischten Drums.



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