Datum : 15.12.2017
Uhrzeit: : 14:42 Uhr
   
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Runenblut - Die Stimme des Blutes
  »Trackliste
1. Einklang
2. Thors Hammer
3. Am Pfad der Einsamkeit
4. Zwischenspiel
5. Kirchenbrand und Christenblut
6. Schlachtgesang
7. Die vergessenen Krieger
8. Stimme des Blutes
9. Die neue Zeit
10. Ausklang



Release: 09.10.2005
WERTUNG
0.5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 39.19 min
Format: CD Audio
Label: Christhunt Productions

 

Man ist es ja von Christhunt gewöhnt, dass das Label neben vielen echten Perlen aus der Black Metal Sparte leider auch viel Durchschnittliches auf den Markt schmeißt, aber das, was RUNENBLUT hier fabriziert haben ist nicht nur Durchschnitt und auf Dauer sehr nervig, sondern zum Teil sogar richtig mies. Aber der Reihe nach:

Als „Einklang” werden Keyboard-Orgelklänge dargeboten, unterlegt mit Regen– und Gewittergeräuschen. An sich ja eine nette Idee, aber bereits hier macht sich ein Problem bemerkbar, dass sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht: Es kommt einfach überhaupt keine Stimmung auf. Los geht es dann mit „Thors Hammer”. Verzeihung, aber einen Preis für Originalität will die Band damit ja wohl nicht gewinnen, oder? Wie viel grottige Pagan Bands haben ein Lied das so heißt? Naja, immerhin handelt es sich hier um BLACK Metal, aber anstatt die Band nach dem überflüssigen Orgel-Intro wenigstens direkt drauflos knüppelt, hat der Song natürlich noch ein eigenes Intro. Eine Akustikgitarre zusammen mit einer Flöte ist hier zu hören. Wunderbar, aber passiert hier irgendwann auch noch etwas? Tatsächlich, nach gut 45 Sekunden legt die Band endlich richtig los… Gut, mit einem todlangweiligen 08/15 Black Metal Riff, aber immerhin etwas. Der Song scheint überhaupt keine Struktur zu haben und endet so abrupt, dass man sich verwundert fragt: was war das denn bitte? Außerdem – ein weiterer Hauptkritikpunkt am gesamten Album – ist der Sound schlecht. Nicht schlecht im Sinne der alten Black Metal Klassiker, sondern einfach nur mies. Aber man ist ja Optimist, es kann ja nur besser werden. Oder?
„Am Pfad der Einsamkeit” beglückt den Hörer zunächst mit exakt einem Riff über sage und schreibe zwei Minuten (!!), ohne dass auch nur irgendetwas passieren würde. Dann gibt es ein kurzes Zwischenspiel, bestehend aus Klaviergeklimpere und Gekreische des Sängers. Wer mal herzhaft lachen will, sollte nur allein mal diese Stelle hören. Danach folgt ein Riff, das mir sogar zumindest im Ansatz gefällt, aber unter dem grottigen Sound leidet. Der Song endet mit exakt demselben Riff, was man schon zu Anfang genießen durfte und zwar ebenso abrupt wie sein Vorgänger. Warum man nach erst zwei vollwertigen Songs schon ein Akustik–Zwischenspiel einbauen muss, müssen die Herren mir auch mal erklären. Es ist an dieser Stelle jedenfalls deplaziert. Es beginnt zwar ganz nett mit Akustik–Klampfe und Flöte, wird dann irgendwann wohl zu einer Art Tanz, man hört auch „Hei-Ho”–Rufe im Hintergrund, es artet jedoch zum Ende in derart wirres Geschrammel aus, dass man dringend den Wunsch verspürt, zum nächsten Stück weiterzuschalten. Es folgt „Kirchenbrand und Christenblut” (schon wieder so ein origineller Titel *gähn*). Hier lassen sich zumindest wieder Ideen erkennen, aber die Umsetzung bleibt einfach schlecht. Aber es gibt wieder was zu lachen, wieder so eine tolle, eingefügte Akustik-Bridge mit ganz bösem Geschrei. Wenn man sowas in jedem Song wiederholt, wird es auch nicht besser. Hoho, bei „Schlachtgesang” hört man – man glaubt es kaum, wer würde auch drauf kommen? – zu Beginn ein Horn. Obwohl nur im Intro verwendet, schafft es die Band nicht, es sinnvoll einzubauen, da es nicht in der gleichen Tonart wie die Gitarren gespielt wird und somit schief klingt. Wieder so ein toller Lacheffekt. Der Song selbst ist wieder mal der pure Durchschnitt, aber zumindest erfreulicherweise recht kurz geraten. Jaja, „Wotan mit uns!”, also wenn Allvater Musikgeschmack hat, ist er ganz sicher nicht mit euch. Nun folgen „Die vergessenen Krieger”, ein siebenminütiges, fast episches Stück, bei dem dezent Keyboards eingesetzt werden, was eigentlich ganz angenehm ist. Es gibt natürlich auch eine Bridge, wo mal wieder die Flöte eingesetzt wird. Der bis dahin beste Song, obwohl es ja auch nicht schwer war, das dargebotene zu überbieten. Wieder sind einige nette Ideen vorhanden, aber warum klingt es an manchen Stellen so entsetzlich schief? Selbst Amateurbands ohne Möglichkeit zur professionellen Studioaufnahme lassen solche Fehler nicht auf ihren Aufnahmen. „Stimme des Blutes” ist ein reines Akustik-Stück (wieder mal Akustik-Gitarre und Flöte), dazu darf man sich geistigen Dünnschiss über die „Erhaltung der Art und die Stimme des Blutes, Kampf für Geist und Kultur” usw. zunächst in gesprochener Weise, dann in Form von schiefem Gesang anhören. Wenn ich derartiges hören will, bevorzuge ich Bands wie XIV Dark Centuries, die sind 1. musikalisch besser, geben 2. nicht so viel geistiges Ejakulat von sich und bewegen sich außerdem nicht so am ganz rechten Rand. Einfach nur schade, dass es sowas gibt und die spannende Mythologie für so einen Dreck missbraucht wird. Was ich mir dann unter „Der neuen Zeit” vorzustellen habe, will ich lieber gar nicht wissen, Wotan sei Dank ist dieses Stück erfreulich kurz und außerdem ein reines Instrumental. Es folgt der „Ausklang” und ich kann mein Glück kaum fassen, dass dieses Album endlich vorbei ist.

Fazit: Ihr könnt mein Review gern als arrogant abtun und es werden sich sicherlich genug hohlköpfige Pagan Black Metal Kiddies finden, die euch auch noch für toll und innovativ halten. Mir braucht Ihr jedenfalls mit sowas nicht zu kommen und den halben Punkt gebe ich auch nur aus Barmherzigkeit wegen ein oder zwei annehmbaren Ideen.


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