Datum : 20.10.2017
Uhrzeit: : 16:10 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Darkthrone - Too Old, Too Cold
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Darkthrone - Too Old, Too Cold
  »Trackliste
1. Too Old, Too Cold
2. High On Cold War
3. Love In A Void
4. Graveyard Slut

Release: 2006
WERTUNG
5 /6 Sternen
Stil: Black Metal
Laufzeit: 13.03 min
Format: CD Audio
Label: Peaceville Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Was ist denn jetzt kaputt? Ne’ EP? Von DARKTHRONE? Gibt’s nicht, wird der ein oder andere sagen. Gibt’s doch! Mit „Too old, too cold“ hauen die Kollegen Nocturno Culto und Fenriz ihre erste EP der Bandgeschichte auf den Markt. Vor meinem geistigen Auge sehe ich nun schon Scharen von truen Undergroundpandabären die Stirn runzeln und die „Ausverkauf“ und „Kommerz“ Flaggen schwenken. Den beiden Black Metal Urgesteinen aus dem hohen Norden dürften solche Aufschreie dabei wohl so ziemlich am Allerwertesten vorbeigehen.

Musikalisch bleiben DARKTHRONE sich grundsätzlich zwar weiterhin treu und verbreiten nach wie vor eiskalten, schaurigen schwarzen Stahl, der allerdings noch mehr als in der Vergangenheit mit deutlichen Punkeinflüssen gewürzt ist. Umgehend wird diese Wandlung am grandiosen Titeltrack „Too old, too cold“ deutlich, welcher als einziger auf der kommenden Platte „The Cult ist alive“ zu finden sein wird. Das punkige Riff wird gekrönt durch einen treibenden Rhythmus, so dass der Song unheimlich rotzig und nach bester 80er Metalmanier rüber kommt. Die Punkmanie wird mit dem Folgenden „High on cold War“ noch weiter getrieben. Zwar sind die Gastvocals von Grutle Kjellson (ENSLAVED) etwas gewöhnungsbedürftig, klingen nach zwei drei Wiederholungen jedoch extrem passend. Mit dem SIOUXSIE AND THE BANSHEES Cover „Love in a Void“ treiben DARKTHRONE es dann auf die Spitze. Im Original find ich persönlich sowohl den Song, als auch die ganze Band ziemlich bescheiden, die vorliegende Version jedoch rockt einfach tierisch. „Graveyard Slut“ wird zwar auch auf dem kommenden neuen Album enthalten sein, jedoch wird dort wie gewohnt Fenriz die Vocals und, nicht wie hier, Nocturno C. die übernehmen. Als einziger Track stellt diese Nummer die Verbindung in die Bandvergangenheit her und klingt mehr nach den alten Klassikern als die restlichen Nummern, womit alle Old-School-Fans zufrieden gestellt sein dürften.

Am Sound hat sich zur Beruhigung aller Fans, dem Gehörnten sei Dank, nicht viel verändert. Die Gitarren kommen nach wie vor schrammelig und grausig schön daher, die Drums klingen immer noch nach Proberaum und das typische Gekreische ist über jeden Zweifel erhaben.

Fazit:
Das DARKTHRONE nun zur Punkband mutieren ist sicherlich nicht zu befürchten. „Tool old, too cold“ sollte mit ziemlicher Sicherheit als eigenständiges und vielleicht einmaliges Experiment verstanden werden, wobei diese Seite der Band gar nicht mal schlecht steht. Hat schon mal jemand Corpsepaintträger Pogo tanzen sehen?


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