Dass die schwedischen Todesbleiveteranen von NECROPHOBIC nicht gerade die schnellsten sind, wenn es um das regelmäßige Veröffentlichen neuer Langspielplatten geht, dürfte landläufig bekannt sein. Lässt man einmal die grandiose Tour EP aus dem Jahre 2003 außen vor, so sind fast auf den Tag genau geschlagene vier Jahre ins Land gezogen, seitdem die Band ihr Götterwerk „Bloodhymns“ veröffentlicht hat. Nach der anschließenden Tour wurde es bis auf wenige Ausnahmen auch auf dem Livesektor sehr ruhig um die Band, bis man sich schließlich letztes Jahr auf dem Party San Open Air eindrucksvoll zurückmeldete. Auch das Warten auf neuen Krach gebannt auf rotierende Plastikscheiben hat nun ein Ende. NECROPHOBIC melden sich mit „Hrimthursum“ eindrucksvoll zurück. Die kreative Pause hat der Band spürbar gut getan. Sänger/Bassist Tobias Sidegård und Co. gehen auf der vorliegenden Scheibe derart vor Kraft strotzend und voller Spielfreude ans Werk, dass sich die Elite des extremen Metals verdammt noch mal anstrengen muss, um diese Platte zu überbieten.
Effektvoller als mit „The Slaughter of Baby Jesus“ kann eine Platte wohl nicht eingeleitet werden. Das über dreiminütige Intro lässt durch seinen Titel, die düstere Atmosphäre, die dämonischen Chöre, dem Quengeln eines Säuglings und den Worten „Destruction, Death, Searching, Death to all…“ einen Schauer nach dem anderen über den Rücken des Hörer laufen. Der Opener „Blinded By Light, Enlightened By Darkness“ gibt dann gleich mal die Marschrichtung vor und dürfte mit seiner schnörkellosen Geschwindigkeit vor allem die Pandabären im NECROPHOBIC Fanlager ansprechen. Mit den folgenden Stücken „I strike with Wrath“ und „Age of Chaos“ werden alle beinharten Death Metaller nach allen Regeln der Kunst versorgt. Bereits jetzt fällt eine relativ große Veränderung im Sound der Schweden auf, nämlich der Gesang von Tobias Sidegård. Dieser grölt, grunzt und schreit weitaus weniger als noch in der Vergangenheit. Zwar setzt er seine Stimme nach wie vor, sehr verzerrt ein, jedoch einmal mehr in Richtung eines eher für Thrash Metal üblichen Stils, was dazu führt, dass so gut wie alle Lyrics verständlich rübergebracht werden. In Form von „Bloodshed Eyes“ geht’s mit einem Ohrenschmaus für Frickelfans und mit „The Crossing“, dem besten Song des Albums, weiter. Alles wegpustende Blastparts, rauerer Gesang als zuvor und atemberaubende Soli, das ist das Erfolgsrezept für geile Songs meine Herren. NECROPHOBIC verlassen sich auf ihre Trademarks und üben im Laufe der nächsten 30 Minuten keine großartigen Experimente. Death und Black Metal wird in einer Form verschmolzen, welche zweifelsohne als Zenit dieses Musikstils beschrieben werden darf. Ob flotte Kracher wie „Eternal Winter“, „Serpents“ oder das technisch anspruchsvolle „Black Hate“ einfach jeder Schuss ein Treffer.
Fazit:
Warum eigentlich berichtet dieser Honk nichts Negatives, mag der ein oder andere denken. Ganz einfach, es gibt einfach nichts Negatives zu berichten. Jeder Song besitzt Hit und Evergreenpotential, die Produktion ist fett, episch, düster und rotzig zugleich, Sänger Tobias ist auf dem absoluten Höhepunkt seines Könnens, die Gitarren krachen ohne Ende, die zahlreichen Soli zeugen von instrumentaler Beherrschung auf oberster Ebene und die Drums sind druckvoll, sowie auf den Punkt genau eingespielt. „Hrimthursum“ macht einfach von vorne bis hinten Spaß und dürfte auf Grund des hohen Grades an Abwechslung genreübergreifend viele Fans finden.
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