Datum : 21.01.2018
Uhrzeit: : 09:15 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Grailknights - Return to Castle Grailskull
» Grailknights - Return to Castle Grailskull
Homepage : www.grailknights.de
 

Grailknights - Return to Castle Grailskull
  »Trackliste
1. Raving Storms
2. Hail to the Grail
3. Moonlit Masqerade
4. Fight until you die
5. Hame at last
6. Prevail
7. Return to Castle Grailskull

Release: 2006
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Death Metal
Laufzeit: 59.23 min
Format: CD Audio
Label: STF-Records Kommentar / Userwertung eintragen

 

Kennt ihr alle noch He-Man? Oder Saberrider? Thundercats, Conan, Marshall Bravestar und die Power Rangers? Das waren noch geile Serien! Als Kind vor dem Fernseher hockend und jede einzelne Szene in sich aufsaugend waren wir doch alle mal Fans dieser kindlichen Fantasy-Welten. Tolkien erschuf auch riesige Fantasy-Welten und seine Geschichten wurden nur zu gern von Bands als Thematik ihrer Lieder genutzt. Warum also nicht auch mal die Superheld-Welten in den Serien?! Wie? Ihr könnt euch sowas in metalisierter Form nicht vorstellen? Tja, dann lasst euch mal von den Grailknights belehren! Diese total verrückten Hannoveraner kommen, wie sie selbst sagen, in "Rüstungen" auf die Bühne, geschminkt und mit einer Live-Show, wie sie noch keine Sau gebracht hat. Natürlich sind Rüstungen nichts Neues, aber wie sieht´s aus, wenn diese aus Cape, Strumpfhosen und bunt geschminkten Gesichtern bestehen? Interesse? Weiterlesen!

Grob gesagt, kann man die Grailknights als eine Mischung aus Goddess of Desire, Children of Bodom, Ensiferum und einem Tick Helloween vergleichen. Die Band selbst bezeichnet sich als "Epic Death Metal", was seltsam klingt, aber trotzdem ganz gut als Beschreibung passt.
Das Album "Return to Castle Grailskull" ist das zweite Werk der 4 Supermänner und überrascht mit völlig neuartigem Image, wie man es nie gesehen hat. Die Instrumentalisierung ist schlicht, bei 2 Gitarren, einem Bass und einem Schlagzeug, gehalten. Das besondere ist jedoch, das alle 4 Mannen ihre Stimmchen erklingen lassen. Jeder der 4 hat eigene Gesangsparts, die völlig unterschiedlich klingen. Sehr Facettenreiche Stimmen werden hier geboten: Hauptvokalist "Sir Optimus Prime" kreischt krächzend aus voller Kehle, während sein Gitarrenbruder "Lord Lightbringer" deathig und tief grunzt. Einmalig ist auch, was an cleanem Gesang geboten wird. Eine ungewöhnliche Mischung aus Jodeln und heroischem Gesang aller Superhelden lockt so zum mitsingen an, dass es kein Wunder ist, dass die Songs sich selbst nach einmaligem Hören ins Hirn brennen.
Das Intro "Raving Storms" ist der perfekte und göttliche Einstieg in dieses Machtwerk. Ein Heavy Metal Schlachtschiff, dass melodiös, mal schnell und mal langsam 5 Minuten des Silberlings füllt und begeistert. Die Mischung machts, ist hier das Grundprinzip. Es wird gemixt was das Zeug hält, was sich beim Gesang abzeichnet, der mal vom Kreischer und mal vom Grunzer übernommen wird. Einfach einmalig ist auch der Refrain, der einen sofort an ein altes Intro der Serie "Kampfstern Galactica" denken lässt. Dazu auch noch der gemeinsame Chorgesang, der alles übertrumpht.
Und hier merkt man das Grundprinzip der Grailknights: Es wird Riff für Riff verändert, variiert und man macht musikalische Abstecher in melodiöse Power Metal Sphären, angehärtete Melodic Death Metal Sounds und fröhliche Heavy Metal Sparten.
Genau das wird auch beim nächsten Song "Hail to the Grail" deutlich. Dieser etwas härtere Song klingt nach Bands wie "Rotting Christ" und bietet eine Überraschung, die beweist wie fanverbunden die Band ist: Der "Battlechoir" singt an einer Stelle den Schlachtruf mit, den die 4 durch ihren Antrieb aus dem Chor herauskitzeln. Der "Battlechoir" ist eine Ansammlung der Hardcorefans der Superhelden (und das sind nicht wenige!). Einfach geil, dass die Band ihre Fans auf ihrem Album aufnimmt und eine Idee, die sie sich patentieren lassen sollten.
Hin und wieder verfällt das Stück in Melancholie, die von einem langsamen Part mit cleanen Gitarren eingeleitet wird. Man hört die klagende Stimme, die ein wenig nach Frontmännern, wie dem von "System of a Down" oder "Stonesour" klingt.
Kaum hat man einen Song durch, wird man vom nächsten niedergewalzt, der hier mit Chorgesang der 4 Helden eingeleitet wird. Es wird eine Mischung aus Melancholie und träumerisch heroischer Stimmung erschaffen, die teils an oben erwähnte "Ensiferum" erinnert und zum Mitsingen anregt, wie noch nie zuvor und ich bin mal wieder überrascht, wie facettenreich und bunt der Blumenstrauß Grailknights ausfällt. Das Metal-Genre verfällt von Viking Metal zu Power Metal und man hört sogar passende melodische Züge des Black Metals. Einmalig sowas! Man kann sich garnicht satthören an dem, was geboten wird. Auch der nächste Song "Fight until you die" ist ein Hit aus dem Hause Grailknights und besticht durch Pagan Metal stimmige Melodien und Leadgitarren, die so kunstvoll gespielt werden, wie selten gehört.
"Home at last" lässt einen ein Weilchen ruhen. Die cleanen Gitarren spielen im Folklorecharm wunderschöne Melodien und Akkordfolgen, bei denen man mitschunkelt und ins Träumen verfällt. Der Gesang klingt klagend und treibt einen mit seinen melancholischen, traurigen Zeilen zum mitsingen. "Brothers I'm coming home, but I'm not the one I used to be", eine Zeile die einem selbst Stunden nach dem Hören des Songs im Hirn schwirrt und die Erinnerung an den Song mit Balladen-Charakter zurückruft.
Kaum hat man sich von der Trauer des Liedchens hinwegtragen lassen, wird man gleich wieder in neue Welten gezogen. Melodien die bewegen und trotzdem rhythmisch und zum Bangen anregend ballern, werden auch noch bis zum Ende des Albums hingezogen. "Return to Castle Grailskull" besticht dabei auch noch durch den Indianer-Jodel-Gesang der 4 Mannen, der live, wie auf CD einfach das Mitsingen erzwingt. Überraschend ist, dass der vermeintlich letzte Song nach 7 Minuten endet obwohl doch angezeigt wird, er sei 17 Minuten lang. Wenn man die 10 Minuten wartet, wird man mit einem 8. Titel belohnt, der sich als deutsche Version des Hits "Home at last" herausstellt. Spätestens hier merkt man, wie sehr der Refrain auch von Manowar stammen könnte.

Fazit: Eine frische Band, die noch ganz, ganz groß wird. Ich muss sagen, dass ich schon lange nicht mehr so gern 12€ in einen Silberling investiert habe. Einfach einmalig welche Atmosphäre hier geschaffen wird, die sich mal für mal beim Hören steigert. Das Konzept hinter dem die Band steht, ist genau so orginell wie auch witzig. Nimmt man die Texte auseinander, merkt man das die Band eine eigene, kleine, nostalgische Zeichentrick-Superheldenwelt aufgebaut hat, die durchaus aus einem Comic stammen könnte.
Ich bin ziemlich stolz, dass ich mit meiner Band "Minjar" (www.minjar.de) schonmal im Januar mit den Mannen von Grailknights aufgetreten bin und schon damals einen übernatürlichen Reiz an der Musik empfunden habe. Der Auftritt war der "Metal Band Contest 2005/2006", den (was nicht sehr überraschend ist) die Grailknights mit ihrer Individualität gewonnen haben.
6 von 6 Punkten. Wenns möglich wäre, würdet ihr noch mehr von mir bekommen, Jungs! Abschließende Worte: HAIL TO THE GRAIL!




Ruhrmetal.com