Datum : 23.07.2018
Uhrzeit: : 04:07 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : Dein Schatten - Das ewige Eis
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Homepage : www.dein-schatten.de
 

Dein Schatten  - Das ewige Eis
  »Trackliste
1. Woanders sein (Clubmix)
2. Dein Schatten
3. Schuld und Sünde
4. Er kommt zurück
5. Das Tier
6. Ewiges Eis
7. Free
8. My name is Luc(if)a
9.Tränen der Seele
10.Geister in mir
11.Abschied
12.Respekt
13.Woanders sein (Radioedit)
14.Hallo?


Release: 2004
WERTUNG
2 /6 Sternen
Stil: Industrial
Laufzeit: 65.03 min
Format: CD Audio
Label: Eigenproduktion

 

Okay ich geb’s offen zu. Mit fünfzehn oder sechzehn Lenzen hätte mich diese Platte voll melancholischer Freude (lasst mich doch ich steh auf paradoxe Beschreibungen) die Wände meines Kämmerleins rauf und runter laufen lassen. Damals war ich so dermaßen schlecht drauf und hab mich teilweise mit den übelsten Gruftklängen umgeben, dass passt heute auf keine Kuhhaut. Heute liegen die Dinge, den Göttern sei Dank, gaaaanz anders. Und dennoch scheint man seiner Vergangenheit niemals ganz entkommen zu können. So flatterte mir vor einigen Tagen dieser Silberling zwecks Rezi auf den Tisch. Also ich geb mir ja wirklich Mühe jeder noch so unbekannten, von untalentierten Musikern eingespielten, grottenschlechten Scheibe eine faire Chance einzuräumen und kämpf mich auch wirklich zig mal von Vorne nach Hinten durch die ganze Platte aber hier konnte ich einfach nicht anders.
Hier und da werden die insgesamt vierzehn Tracks mit den weitreichensten Beschreibungen betitelt. Da findet sich EBM, Dark Wave, Neue deutsche Härte, Gruftrock oder eben Industrial, was ausschlaggebend dafür war, dass die Platte überhaupt den Weg in meinen Player fand. Wie mir aufgefallen ist haben gewisse Schreiberlingkollegen „Dein Schatten“ auch schon mit Acts der Marke Witt, Falco, Laibach etc. pp. verglichen. Sorry Leute aber habt ihr sie noch alle? Nehmen wir uns einmal einige Songs repräsentativ unter die Lupe. Da wäre z. B. das grottenschlechte „Dein Schatten“ das im weitesten Sinne an steinalte „Fields of the Nephilim“ zu Kellerdemotagen erinnert. Oder das durch eine quälende Orgel verunstaltete „My Name is Luc(if)a“ hinter dem sich eine Coverversion von Suzanne Vega’s, fast gleichnamigen Hit verbirgt. Betrachtet man sich die Bandinfo etwas genauer findet man erhaus, dass Bandkopf Dieter Bornschlegel sich großartiger Gitarrenfertigkeiten rühmt. Schade nur, dass er Selbige gerade einmal ansatzweise bei „Free“ unter Beweis zu stellen versucht. Lediglich das halbwegs gelungene „Schuld und Sühne“ kann mit seinen atmosphärischen Klängen und antichristlichen Text ein wenig überzeugen. Bei dem Rest handelt es sich um dürfte Möchtegern Popnümmerchen ausgestattet mit ausgenudelten Lyrics über Sex, Tod, Kirche und Traurig sein sowie faden und unscheinbaren Melodien ohne jeden Widererkennungswert.
Fazit: Dein Schatten ist definitiv nur etwas für pubertierende Gothicmädels und depressiv debile Stubenhocker.



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