Datum : 21.06.2018
Uhrzeit: : 05:08 Uhr
   
Ruhrmetal.com / Ruhrmetal-mag.de : Review : LOITS - Vere Kutse Kohustab (Call of the Blood Obligates)
» LOITS - Vere Kutse Kohustab (Call of the Blood Obligates)
Homepage : www.loits.org
 

LOITS  - Vere Kutse Kohustab (Call of the Blood Obligates)
  »Trackliste
1.Soomepoiss (Finnish Boy)
2.Eesti Auks (In Honour Of Estonia)
3.Aeg Ärgata (Time To Awake)
4.Võitluslipp (Battlestandard)
5.Tuleristsed (Baptized In Fire)
6.Vanade Leegionäride Laul (The Song of Old Legionaries)
7.Eluruun (Life Rune)
8.Nimeta Haud (Nameless Grave)
9.Kodu (Home)
10.Furor Aesticus
11.Oskar Ruut
12.Raiugem Ruunideks (Engraved Into Runes)


Release: 20.10.2004
WERTUNG
6 /6 Sternen
Stil: Extrem Metal
Laufzeit: 55.16 min
Format: CD Audio
Label: Ledo Takas Records

 

LOITS (engl.: A „chanted“ Spell) veröffentlichen mit “Vere Kutse Kohustab” (Call of the Blood Obligates) ihr zweites vollwertiges Album, welches größtenteils neues Material, aber auch einige alte Songs neu aufgenommen beinhaltet. Mit 12 Songs und einer Gesamtspielzeit von 55min um einiges länger als der Vorgänger „Ei Kahetse Midagi“ (bitte als link zur alten review gestalten).
Vor der Veröffentlichung des neuen Werkes gab es als Vorgeschmack und thematische Einführung eine Trilogie in Form von Mini Cds, die leider, wie alle vorangegangen Releases ausverkauft sind.
Die Gestaltung von „Vere Kutse Kohustab“ ist sichtlich beeindruckend und kommt mit vielen gestellten Bildern der Bandmitgliedern in Soldatenuniformen, sowie den kompletten Texten in estnisch daher. Als Schmankerl gibt es sogar ein interaktives Menü mit Bildern und Infos, welches mit dem „Hidden Track“, ein mit Akkordeon gespielten Folksong, auch am Ende der CD zu hören, musikalisch untermalt ist.
Nicht nur gestalterisch, sondern auch musikalisch stellen sich hier LOITS noch ausgereifter, erwachsener und eigenständiger dar als bei ihrem Vorgänger! Es wird wieder gerockt, was die Boxen und die Ohren aushalten. Wie schon beim Vorgänger vermischen LOITS gekonnt Rauheit und Kälte des nordischen Black Metal von Bands wie Satyricon und Khold mit rockigen Gitarrenelementen, ohne dabei die düstere Kälte zu verlieren und definieren so ihren eigenen Sound – Flak’N’Roll (Welch wunderbares Wortspiel).
Gleich zu Beginn offenbaren uns LOITS ihr Gespür für mitreißende Melodien und eröffnen ihre CD mit dem furiosen Opener „Soomepoiss“ (Finnish Boy), ein extrem harter, rockiger Song mit vielen Tempowechseln und einem herrlich rauh und verzweifelt klingenden Lembetu. Dieser zeigt sich erstaunlich vielseitig und wechselt zwischen kaltem Krächzen und cleanem Gesang und übertrifft damit bei weitem seine Leistungen bei den Vorgängeralben und stellt sogar Gard von Khold locker in den Schatten.
Lembetu und seine Kameraden treten im weiteren Verlauf der CD keineswegs auf die Bremse und lassen ihrem Einfallsreichtum an Melodien freien Lauf. So findet man von extrem rockigen und eingängigen Songs wie „Eestie Akus“, “Eluruun“ und „Aeg Ärgata“(Time To Awake) genug Anreiz mitzunicken. Letztere besticht besonders durch seinen sehr patriotischen Touch.
Daneben stehen die eher im Midtempo gehaltenen Songs, wie „Oskar Ruut“ und „Raiugem Ruunideks”, welche teils sogar sehr doomig daherkommen. Die wahren Perlen der CD stellen zweifellos die Songs „Võitluslipp“, „Kodu“, „Nimeta Haud“, “Furor Aesticus“ und „Vanade Leegionäride Laul“ dar. Hier zeigt sich nicht nur Lembetu extrem vielseitig was seine klaren Stimmlagen angeht, sondern auch seine tiefe rauchige, kratzende Stimme hat sich enorm entwickelt. Die Musiker verstehen es durch den sensiblen Einsatz von Keyboardelementen, wechselnden Clean und verzerrt gespielten Riffs und einem vorantreibenden Schlagzeug sehr abwechslungsreiche Songs zu kreieren, die sehr militärisch und ansatzweise folkig klingen.
Die Cd wird abgerundet mit einem „Hidden Track“, ein mit Akkordeon gespielter Folksong mit einer addiktive Melodie, die schnell Lagerfeuerstimmung aufkommen lässt. Hier darf man zuletzt noch die Stimme Lembetus im Duett mit Karje bewundern. Ein würdevoller Abschluss.
Wie die englischen Übersetzungen der Titel erschliessen lässt, behandelt die Musik LOITS’ grob definiert das Thema Militär. Damit den Hintergrund der Band zu beschreiben wäre fatal und man läuft Gefahr, aufgrund ihrer Symbolik in den Texten, die Darstellung auf ihrer Website und auf der Bühne, sie bei oberflächlicher Betrachtung als Rassisten und NSBMler abzustempeln. Und da wären wir wieder beim alten leidigen Thema. Der Hintergrund von LOITS lässt sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen. Lyrische Basis bilden alte Erzählungen und Impressionen der damaligen Soldaten Estlands, die im Zweiten Weltkrieg unter dem Kommando der SS ihr Land von der Roten Armee befreien wollten bzw. in der Roten Armee gekämpft haben um ihr Land zu verteidigen. Vermischt mit einer patriotischen und romantischen Einstellung der Band zu ihrem Land ergibt die Message von LOITS. Wer hierzu mehr erfahren möchte und bis jetzt nicht verstanden hat, warum man so etwas nicht als NSBM oder dergleichen abstempeln darf, dem seien die HP von LOITS ( www.loits.org ) und die Interviews auf www.estonianmetal.com sehr ans Herz gelegt.
Fans von neueren Satyricon, Ulver, Khold und pagan/viking metal sei dieses Stück Kunst sehr ans Herz gelegt…
Für mich gibt es nicht mehr viel zu sagen! Flak’n’Roll


Ruhrmetal.com